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SAP NetWeaver® Integration
Enterprise Portale unterliegen den gleichen Erfolgsmaßstäben wie Webseiten im Internet. Sie müssen ebenso nutzerfreundlich wie funktional sein und sich schnell aufbauen sowie hohe Zugriffszahlen verkraften können, um produktiv zu sein. Die Portalspezialisten Steffen Roos, Imperia AG, und Niels Anhalt, nexum AG, erklären im Gespräch, wie sich mit Hilfe von zielgruppengerechten Portaldesigns und Benutzeroberflächen die Arbeit in SAP-Portalen optimieren lässt.
Enterprise Portale beginnen sich in Unternehmen zu etablieren. Wie wichtig ist neben der Technologie das Portaldesign?
Steffen Roos: Die Rolle des Designs sollte man nicht unterschätzen. Denn zum einen transportiert ein Portal auch das Corporate Design (CD) eines Unternehmens, es soll also sowohl für Wiedererkennung und Differenzierung im Markt sorgen als auch die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen fördern. Zum anderen gilt es zu bedenken, wie viele unterschiedliche Arten von Anwendern ein Portal nutzen. Gerade in größeren Unternehmen bilden die Nutzer keine einheitliche Gruppe. Jeder hat nicht nur andere Erfahrungen und Erwartungen im Umgang mit browserbasierten Lösungen, sondern benötigt auch gemäß seiner Aufgabe andere Funktionalitäten, was sich in den Benutzeroberflächen auch widerspiegeln sollte.
Welche Gruppen von Anwendern sind dies und wie sehen deren Anforderungen aus?
Steffen Roos: Fangen wir bei den „normalen“ Portalnutzern im Unternehmen an: Sie sind vor allem an schnellem Seitenaufbau, einfacher Navigation und Suche interessiert – also an einem Portal, das sich an gängigen Standards für Benutzerfreundlichkeit im Web orientiert. Dann gibt es Spezialnutzer, unter ihnen sind vor allem die Portalredakteure zu nennen, die das CMS bedienen und das Portal mit Inhalten füttern. Sie sind an einfach zu handhabenden Funktionen für die Erstellung und Weiterbearbeitung von Content interessiert. Und sie benötigen den Zugang zu bestimmten Applikationen, mit denen sie ihre Aufgaben erfüllen können. Die einzigen, die wirklich den vollen Zugriff auf alle Funktionen, Applikationen und Inhalte brauchen, sind die Portaladministratoren. Daher benötigen sie auch beispielsweise die Standardausführung des SAP Enterprise Portal (EP). Für alle anderen Nutzer ist diese Standardversion hingegen zu voluminös.
Wo genau liegen die Probleme bei dieser Standardversion von EP?
Niels Anhalt: Sie enthält ausnahmslos alle Funktionen und lädt dementsprechend viel Javascript-Code, was den Seitenaufbau deutlich verzögert. Zudem orientieren sich die Darstellungsmöglichkeiten und die Darstellung der Navigation am kleinsten gemeinsamen Nenner. Aus Sicht der User-Experience – und auch aus Sicht des Corporate Designs – ist das nach heutigen Maßstäben nicht mehr akzeptabel. Man sollte hierbei auch bedenken, dass Portale inzwischen vermehrt über die eigene, kontrollierte Intranet-Umgebung hinausgehen und beispielsweise Partner, Kunden und Lieferanten über Extranets angebunden werden. Spätestens dann kann das Standard Framework von EP die gängigen Erwartungen an die „Usability“ nicht mehr erfüllen, wenn es etwa zu überlangen Ladezeiten kommt oder die Browser-Kompatibilität nicht mehr gegeben ist. Natürlich kann man von einer Standard-Version nie erwarten, dass sie exakt das eigene Anforderungsprofil trifft. Dementsprechend ist auch das Standard Framework von SAP EP für Unternehmen aller Größen und Branchen konzipiert, die sie für unterschiedlichste Zwecke einsetzen.
Wie kann man nun in Portalen ein ausgewogenes, auf das Unternehmen abgestimmtes Verhältnis zwischen Funktionalität, Performance und Usability schaffen?
Niels Anhalt: Zunächst gibt es hier die Möglichkeit, das so genannte Light Framework von SAP zu nutzen. Diese EP-Version verfügt über einen deutlich geringeren Funktionsumfang und ist vor allem an der Client-Performance orientiert. Wer die Portallösung exakt mit den eigenen Anforderungen synchronisieren will, sollte ein Customizing durchführen. In der Vergangenheit sind viele Anwender davor noch zurückgescheut, weil es immer als problematisch galt, personalisierte SAP-Systeme in neue Releases zu überführen. Inzwischen gilt jedoch auch für die Customizing-Versionen, dass der Anpassungsaufwand im Fall eines EP-Upgrades beherrschbar ist.
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